Mittwoch, 19. März 2008 22:45
40% der Deutschen befriedigen sich mindestens einmal wöchentlich selbst und fast jeder hat es schon einmal getan (92%). Weltweit gaben 83 % der Befragten an, schon einmal selbst Hand angelegt zu haben - allen voran die Schweizer, die sich aber auch am längsten Zeit für das Vorspiel nehmen. Selbstbefriedigung spielt in Nigeria keine Rolle: Nur 4% tun es wöchentlich und über die Hälfte (55%) hält es für schädlich.
Mehr als die Hälfte der deutschen Männer (53 %) onaniert mindestens einmal wöchentlich, bei den Frauen tut es immerhin jede Vierte (27%).
Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle zweite Welle des Durex Sexual Wellbeing Global Surveys unter dem Titel „In The Bedroom“. Bei der größten Studie ihrer Art, durchgeführt im Auftrag des weltgrößten Kondomherstellers, Durex, haben mehr als 26.000 Menschen in 26 Ländern teilgenommen und Fragen zum Themenkomplex des sexuellen Wohlbefindens beantwortet.
Die Rangliste der „Handanleger“ wird angeführt von unseren Nachbarn in der Schweiz: 96% der Eidgenossen haben sich schon einmal selbst befriedigt, gefolgt von Österreich (95%), Griechenland und Brasilien (jeweils 94%). Weniger beliebt scheint die Selbstliebe in Hongkong (82%) und China (84%) zu sein. In Nigeria, dem Land mit den zufriedensten Menschen was die Abwechslung beim Sex betrifft (68%), bleiben die Hände fast immer über der Bettdecke: Nur jeder Dritte gibt an, schon einmal masturbiert zu haben.
Hierzu Frau Dr. med. Brandenburg: „Der kulturelle Wandel von Sexualität lässt sich deutlich an der De-Tabuisierung der Selbstbefriedigung erkennen. Nach wie vor ist Selbstbefriedigung ein heikles und auch tabuisiertes Thema, hat aber in ihrer Bedeutung nur noch wenig mit dem zu tun, was mit dieser sexuellen Praktik noch vor 30-40 Jahren verbunden war, nämlich Schuld und Krankheit. Vielmehr ist Selbstbefriedigung zu einer eigenständigen sexuellen Aktivität geworden, die die meisten Menschen für sich allein, manche aber auch gern im Beisein des Partners praktizieren.
Zur Dauer des Vorspiels veröffentlicht die Studie interessante Daten: Im Ländervergleich haben die Schweizer auch hier die Nase vorn - mit 23,3 Minuten Vorspiel sind sie absolute Spitze, gefolgt von Mexikanern (22,8 Minuten) und Polen (20,7 Minuten). In Italien dauert das Vorspiel genauso lange, wie der reine Geschlechtsakt (20,4 Minuten). Deutschland bewegt sich im guten Mittelfeld: Zärtlichkeiten im Vorfeld nehmen hierzulande mit 18,5 Minuten mehr Zeit in Anspruch, als der Hauptgang (17,6 Minuten). Vorspiel-Muffel sind vornehmlich fernöstliche Länder, wie Hongkong (11,8 Minuten), Thailand (12,3 Minuten) und Singapur (13,9 Minuten).
Hierzu Frau Dr. med. Brandenburg: „Art und Dauer des Vorspiels ist höchst individuell und daneben noch unendlich partner- und situationsabhängig. Das Wesen des Vorspiels ist das erotische Aufwecken, das Antörnen, das Sinnlich-erotische. Und das kann durchaus auch Nach- oder Hauptspiel sein. Das wichtigste ist nicht eine traditionelle Ordnung beim Sex zu leben, sondern kreativ individuell mit dem zu spielen und zu experimentieren, was gut tut.“